Wut – zerstörerische Entscheidungen

Man kann wütend sein und aufgebracht, Entscheidungen die auf dieser Basis sind und aus einer spontanen Entscheidung heraus verfehlen aber ihr Ziel.

Wie ihr sicherlich schon mitbekommen habt, belegen wir immer gern etwas mit einem Beispiel, um etwas zu untermalen. Die Geschichte handelt von einer Mitarbeiterin die gekündigt hat, da diese in der Firma gemobbt wurde sowie der zerstörerischen Entscheidung eines Chefs der einen Untergang von einer Firma mit 150 Menschen eingeläutet hat. Um die Tragik hier besonders hervor zu tun, wollen wir dies in Geschichtsform tun.

Es war einmal ein Sohn von einem reichen Kaufmann. Der reiche Kaufmann war immer unterwegs und hatte nie Zeit für seinen Sohn, daher versuchte die Mutter ihn mit all der Liebe zu überschütten die eine Mutter geben konnte und erlaubte auch vieles, so konnte der Sohn grenzenlos aufwachsen in Sachen Erziehung und materiellen Dingen. Dem Vater hingegen passte diese lockere Art der Erziehung nicht. Er hatte nichts gelernt und alles Entscheidungen die der Sohn getroffen hatte waren aus dem Bauch heraus. Unbeirrt kämpften Mutter und Vater gegeneinander. Eine Mutter, die ihrem Sohn keine Grenzen geben wollte und ein Vater der wollte, das der Sohn einen Platz in der Welt findet. Der Vater starb und der Sohn erbte das komplette Vermögen und die komplette Firma mit 150 Angestellten.

Da der Sohn sich immer nur um seine Wünsche gekümmert hatte, brauchte er einen Leiter für seine Firma. Hier entschied nicht die Logik und kompetenz sondern einzig, wer ihm am Besten einen Blasen konnte. So wurde eine 25 Jährige mit einem Mal Geschäftsführerin und leitete die belange dieser fast 100 jährigen Firma. Erfahrungen hatte sie keine, lediglich eine Vorstellung, dass man mehr einnehmen muss, als ausgeben darf. Mit diesen Wissen wurden Preise erhöht, damit die Kosten der Firma gedeckt werden konnten. Erst mit der Zeit konnte sich der Sohn mit seiner Rolle als Chef anfreunden und entwickelte Ideen wie man mehr und besser oder auf anderen Wegen verkaufen konnte. Auch hatte er Ideen wie man die Kosten der Firma senken konnte. Alle Ideen hatten aber einen entscheidenden Nachteil, aus einer Brainstorming-Idee erstellt man normalerweise einen Plan und prüft die langfristige Lauffähigkeit und schaut ob diese Idee langfristig von Erfolg gekrönt sein kann. Unser Sohn hatte hingegen viele Ideen und Träume und Wünsche, wie man die Firma schnell zum Erfolg führen konnte. Ohne allerdings zu prüfen ob es klappt. So war er recht leichtgläubig und seine Leiterin die er einstellte redete ihm nach dem Mund, das wie bei seiner Mutter, jede seiner Entscheidungen richtig war. Mitarbeiter wurden angestellt pur auf Aussagen und Behauptungen ohne diese einer ernsthaften Prüfung zu unterziehen. So kam es, dass auch Faulpelze ihren Platz fanden, die sich allerdings als „Gewinn für die Firma“ verkaufen konnten.

Schließlich zeigte sich mit der Zeit, dass einige Mitarbeiter und einige Entscheidungen der Vergangenheit falsch waren. Es stellten sich Misserfolge ein und die Firma verlor an Geld. Warnhinweise von Mitarbeitern und eben dieser Mitarbeiterin wurden ignoriert. So verliesen viele Mitarbeiter und diese Mitarbeiterin das sinkende Schiff. Sie wurden nicht gehört, nicht beachtet und sämtliche Tipps und Hinweise ignoriert. Diese Mitarbeiterin war wichtig – denn allein die Sicherstellung der Firma lag in der Hand dieser Mitarbeiterin und diese Beschwerte sich, dass man sich auf ihrer Arbeit ausruht. Der Berufs-Sohn hatte aber keine Zeit sich um so etwas zu kümmern. Es ging doch immer weiter, warum nicht auch jetzt. Doch genau das war nicht so. Er schrie sie an, war wütend – er ist schließlich der Chef und er erbittet sich Respekt. Diesen Respekt den er aber einforderte konnte er selber nicht geben. Daher kündigte die Mitarbeiterin.

An der Stelle hätte man sich beruhigen müssen, schauen ob die jeweils andere Seite evtl. auch Punkte haben könnte die richtig sein könnten. Unser Sohn hingegen erahnte an der Stelle nur die Folgen diese Kündigung nun nach sich ziehen könnte. Die größten Kunden schrieben mit Ihr. Viel Arbeit lastete auf dieser Mitarbeiterin. Sie war ein Bindeglied – welches nun fehlte. Aber anstand eben diese Überlegungen anzustellen, ob etwas falsch lief und warum etwas so geschieht wie es geschieht. Ging er auf einen Angriff über und Versuchte nun auf Krampf die Arbeiten der Kollegin neu zu verteilen und alle die der Mitarbeiterin nahe standen zu entsorgen. Keine Rede war, dass Fehler auf seiner Seite geschehen sind. Das wollte er nicht hören. Das hat er nicht begebracht bekommen. Er ist unfehlbar, seine Entscheidungen sind richtig – da gibt es keinen Zweifel. Alle anderen liegen falsch. Aber zum Glück hat er eben diese Leiterin die ihn deckt und sie in seinen Aussagen stützt. So etwas wie die eigene Mutti in der Firma. Doch genau das brauchte er nicht. Er brauchte diese Widerworte, er brauchte auch mal hören, das war falsch. Doch das hörte er nie.

So kam es, wie es kommen musste. Die Kommunikation mit den wichtigsten Kunden wurde immer schwieriger und wurden immer mehr durch Missverständnisse geprägt. Auch wollten die großen Kunden, die die bisherige Struktur der Firma getragen hatten, die überhöhten Preise nicht mehr bezahlen und die Aufträge wurden immer weniger. Neue Auftrage kamen nur noch wenige. Die laufenden Kosten konnten nicht mehr bezahlt werden, immer mehr wurde Geld hin und her geschoben, dass man zumindest die Mitarbeiter und die laufenden Kosten bezahlen konnte. Aber auch das wurde immer schwieriger. Bis eines Tages die Kosten für die Sozialversicherung nicht mehr bezahlt werden konnte und das Firmenkonto wurde gepfändet. Sämtliche Kredite waren mit einem Mal fällig und er wusste sich nicht mehr ein und aus. Er hatte doch immer Recht. Seine Leiterin hatte ihm das immer gesagt. Das hat ihm seine Mutter immer gesagt. Und nun sitzt in seinem Büro, auf seinem Stuhl ein Insovenzverwalter und prüft die Zahlen und seinen Besitz.

Dabei hätte es so einfach verlaufen können. Er hätte sich zumindest einmal angehört, was man ihm zu sagen hat und hätte dies auch durchdacht und nach Überlegung der Vor- und Nachteile. Er hingegen handelte Impulsiv, einzig aus seinem Bauch heraus.

Heute sitzt er bei seiner Mutter am Tisch und wohnt wieder in seinem alten Zimmer. Bilder aus seiner Jugend erinnern an unbeschwerte Zeiten, das einzige was ihm geblieben ist, ist sein Computer an den er nun immer am Abend ist, wenn er von seiner Schichtarbeit aus dem Nachbarort kommt. Die Mitarbeiterin die ist in einer neuen Firma aufgegangen konnte Ihre Bildung und Erfahrung einsetzen, mit 3 Kindern lebt sie mit Ihrem Mann im gleichen Ort wie unser Berufssohn, allerdings wesentlich entspannter.

Was lernen wir daraus: Entscheidungen kann man treffen, auch aus der Wut heraus. Aber man muss immer mit den Konsequenzen leben.

This article was written by simpli

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